In Halle ist am 02. August 2005 ein weiterer Meilenstein für das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) in Mitteldeutschland gelegt worden. Am Senderstandort neben dem EVH-Heizkraftwerk wurde mittels Kranmontage eine 20 Meter hohe DVB-T-Antenne auf die über 140 Meter hohe Stahlkonstruktion des Sendemastes aufgesetzt. Die Rundstrahlantenne wird zukünftig das gesamte Hallenser Stadtgebiet versorgen - zusammen mit dem Senderstandort in Leipzig sogar den gesamten Großraum Halle/Leipzig.
"Halle hat jetzt endlich einen eigenen Funkturm", scherzt Michael Richter, Geschäftsstellenleiter DVB-T Mitteldeutschland. Die DVB-T- Projektpartner, Bauleute und zahlreiche Pressevertreter beobachteten gemeinsam, wie der Antennenfuß und die Sendeanlage in mehreren Schritten und 140 Meter Höhe millimetergenau justiert und montiert wird.
Der Startschuss für das digitale Antennenfernsehen in Mitteldeutschland wird am 5. Dezember fallen. Dann werden in den Regionen Halle/Leipzig und Erfurt/Weimar insgesamt 5 Sendestandorte ihren Betrieb aufnehmen.
"Die Besonderheit in Halle ist, dass kein bestehender Sendestandort oder ein Bauwerk für die DVB-T-Sendeanlage genutzt werden konnte - zumindest wäre kein Standort wirklich wirtschaftlich sinnvoll gewesen. In Halle musste deshalb eine komplett neue Anlage errichtet werden", erklärt Dr. Thomas Süß, technischer Leiter der DFMG Leipzig und Bauherr des DVB-T-Sendemastes. "Somit ist hier der deutschlandweit erste Neubau für DVB-T entstanden." Süß lobte außerdem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Halle. "Von Planung bis Bau des Sendeturmes ist nur ein Jahr vergangenen. Das ging nur, weil die Stadt so kooperativ war", fügt Süß hinzu. In Leipzig hatte das Genehmigungsverfahren mehr Zeit als in Halle in Anspruch genommen. Die rechtskräftige Baugenehmigung für Leipzig liegt nun auch vor.
Etwaige Bedenken um entstehende "elektromagnetische Unverträglichkeit" des Mastes kann Detlef Kleindienst vom Sendenetzbetreiber T-Systems zerstreuen: "Da DVB-T mit deutlich weniger Sendeleistung ausgestrahlt wird als analoges terrestrisches Fernsehen, reduziert sich auch die Belastung durch elektromagnetische Wellen - von Elektrosmog kann man bei DVB-T insofern nicht sprechen."
Verena Schneider, stellvertretende Direktorin der Medienanstalt Sachsen-Anhalt beobachtet interessiert die Montage der Antenne und bewertet den Neubau des Funkturms so: "Die Fertigstellung des Sendemastes bedeutet für Sachsen-Anhalt den Anschluss an die digitale Infrastruktur und die moderne Technik im Bereich des digitalen Fernsehens". Schneider verwies auf die größere Programmvielfalt, die DVB-T im Vergleich zur analogen Terrestrik dem Verbraucher bietet - ein Angebot, welches allerdings noch um die privaten Programmveranstalter zu erweitern wäre.
Zuschauer können ab dem 05. Dezember mindestens 12 Fernsehprogramme und Datendienste in bester Bild- und Tonqualität über Antenne empfangen. Dazu gehören ausschließlich Programme der öffentlich-rechtlichen Veranstalter.
Zwar wird von Seiten der Landesmedienanstalten von Mitteldeutschland weiter mit den Privatsendern verhandelt. Konkrete Zusagen, in Mitteldeutschland private TV-Programme über DVB-T auszustrahlen, gibt es allerdings noch nicht. Verena Schneider zeigt sich dennoch optimistisch: "Ich bin überzeugt, dass die privaten Programmveranstalter mit einsteigen, sobald eine bestimmte Zahl der mit DVB-T versorgten Haushalte erreicht ist. Die Medienanstalten haben jedenfalls alle Vorraussetzungen dafür geschaffen, dass die Privaten an der digitalen Fernsehzukunft teilnehmen können."
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